Im Kunstunterricht der 6. Klasse entstanden beeindruckende Amphoren – inspiriert von den kunstvoll gestalteten Gefäßen der Antike. Ausgangspunkt des Projekts war die Frage: „Wenn Vasen sprechen könnten – welche Geschichten würden sie erzählen?“
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich zunächst mit antiken griechischen Amphoren, die früher weit mehr waren als reine Gebrauchsgegenstände zur Aufbewahrung von Öl, Wein oder Getreide. Viele dieser Gefäße waren zugleich Bildträger: Sie erzählten von Alltag, Festen und sportlichen Wettkämpfen, von Göttern und Helden, von Reisen, Handel, Krieg und Mythologie. Damit wurden die Amphoren für die Kinder zu einem anschaulichen Zugang zu einer vergangenen Kultur – und zu der Frage, wie Menschen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Welt darstellen und deuten.
Genau darin lag auch der besondere Reiz des Projekts: Kunst wurde nicht nur als gestalterisches Arbeiten verstanden, sondern als eine Form des Erzählens, Beobachtens und Verstehens. Die Schülerinnen und Schüler übertrugen die Idee der antiken Bildgeschichten in ihre eigene Gegenwart und entwarfen persönliche „Erzählgefäße“, die zeigen, was unsere heutige Zeit prägt: Freizeit, Familie, Freundschaft, Medien, Natur, Konflikte, Wünsche oder Zukunftsvorstellungen.
So entstand ein Projekt, das verschiedene Lernbereiche miteinander verbindet. Im Kunstunterricht ging es um Form, Material, Komposition, Farbe und handwerkliche Umsetzung. Zugleich öffneten sich Bezüge zur Geschichte und Geografie des Mittelmeerraums, zu griechischer und römischer Antike, zu Mythen, Symbolen und kulturellen Ausdrucksformen. Auch ein Bezug zum Lateinunterricht liegt nahe: Viele Begriffe, Bilder und Erzählmotive der Antike wirken bis heute in unserer Sprache und Kultur weiter.
Mit viel Kreativität, Geduld und handwerklichem Geschick gestalteten die Schülerinnen und Schüler ihre Amphoren aus Pappmaché. Die fertigen Werke zeigen eindrucksvoll, wie Kunst Geschichten sichtbar machen kann – damals wie heute. Sie machen zugleich deutlich, dass ein Kunstprojekt mehr sein kann als ein schönes Produkt: Es kann Vergangenheit und Gegenwart verbinden, kulturelle Orientierung schaffen und Kindern die Möglichkeit geben, die eigene Lebenswelt bewusst und kreativ auszudrücken.








