Was steckt eigentlich unter unseren Füßen? Dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a, 5b und 6b derzeit im Rahmen eines besonderen Unterrichtsprojekts nach – nicht nur theoretisch im Klassenzimmer, sondern unmittelbar vor Ort, draußen im Freien und mit allen Sinnen.
Möglich wird das Projekt durch eine Kooperation mit dem SC Pfingstberg. Neben den Sportanlagen steht unserer Schule eine Grünfläche zur Verfügung, die nun als lebendiger Lernort genutzt wird. Dort nehmen die Klassen Bodenproben, untersuchen die Beschaffenheit des Bodens, beobachten Bodenlebewesen wie Regenwürmer und Käferlarven und pflanzen heimische Pflanzenarten an. So wird aus dem abstrakten Unterrichtsthema „Boden“ ein konkreter Erfahrungsraum: Wie riecht feuchter Boden? Wie fühlt er sich an – sandig, lehmig, locker oder verdichtet? Welche Lebewesen lassen sich entdecken? Und welche Bedingungen brauchen Pflanzen, um dort wachsen zu können?
Eine besondere Stärke des Projekts liegt in der fächerübergreifenden Verbindung von Geographie und Biologie. Während im Geographieunterricht der Boden als natürlicher Standortfaktor, Lebensgrundlage und Teil von Landschaftsräumen betrachtet wird, rücken aus biologischer Perspektive Bodenorganismen, Pflanzenwachstum, Stoffkreisläufe und ökologische Zusammenhänge in den Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erleben dadurch unmittelbar, dass Natur nicht in Schulfächern organisiert ist, sondern als zusammenhängendes System verstanden werden muss.
Zugleich ist das Projekt bewusst projektbasiert angelegt. Jede Schülerin und jeder Schüler bearbeitet eigene Tagesaufgaben und dokumentiert Beobachtungen, Fragen und Erkenntnisse in einem persönlichen Tagebuch. Ergänzend verfolgt jede Klasse ein gemeinsames Gruppenprojekt, bei dem Zusammenarbeit, Diskussion, Verantwortung und genaues Beobachten gefragt sind. So verbinden sich individuelles Lernen und gemeinschaftliches Arbeiten auf sinnvolle Weise.
Das Projekt zeigt, wie Lernen vertieft werden kann, wenn Schülerinnen und Schüler selbst untersuchen, vergleichen, dokumentieren und gestalten. Was im Arbeitsblatt oder Schulbuch zunächst abstrakt erscheint, wird draußen zur eigenen Erfahrung. Und vielleicht führt genau diese Erfahrung dazu, dass die Kinder beim nächsten Spaziergang genauer hinschauen – und den Boden unter ihren Füßen nicht mehr nur als Untergrund wahrnehmen, sondern als lebendigen Lebensraum.




